Intraorale Kamera

Eine intraorale Kamera, auch Intra Oralkamera oder Mundkamera, ist eine kleine Digitalkamera, die so klein gehalten ist, dass damit digitales Fotografieren bei dennoch hoher Auflösung im Mundraum möglich ist. Im Idealfall kann so mit einer 360°-Rundumauslösung aus jeder Kamera- und Fingerposition heraus fotografiert werden. Die intraorale Kamera liefert ein Livebild für Patientengespräche oder zur Archivierung für eine spätere Behandlung. Die Bilder können auch direkt am Stuhl zusammen mit dem Patienten in Echtzeit betrachtet und ausgewertet werden - der Patient "sieht" mit den Augen des Zahnarzts und hat die gleichen Informationen. Die bildliche Darstellung erleichtert dem behandelnden Arzt das Aufzeigen und Erklären von Erkrankungen und einer erfolgversprechenden Therapie. Über eine Bildsoftware können die Aufnahmen auch direkt gespeichert werden.

 

Das Verfahren

Damit eine intraorale Kamera ohne weiteren Aufwand zur Behandlung eingesetzt werden kann, ist sie ebenso wie der Monitor in der Regel in die zahnärztliche Behandlungseinheit integriert. Neben einer leichten Handhabbarkeit und geringen Abmessungen müssen intraorale Kameras auch eine hohe Tiefenschärfe und Auflösung, Farbgenauigkeit, einen großen Blickwinkel, Vergrößerung und eine geringe Verzeichnung haben. Sie müssen auch einfach zu reinigen und zu desinfizieren sein. Moderne intraorale Kameras haben eine bis zu 100fache Vergrößerung und eine Auflösung bis zu 470 000 Pixeln, die um die Linse angeordneten LED-Lampen sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Die Schärfe kann durch einen Autofokus oder durch Anwahl eines Bereichs wie Gesicht, Quadranten oder Zahn- bzw. Makroaufnahme reguliert werden. So bieten hochqualifizierte optische Systeme unverzerrte Abbildungen im Porträtformat bis hin zu feinsten Befunden wie undichten Füllungsrändern, Wurzelkanaleingängen und Haarrissen im Dentin.

 

Vorteile für Arzt und Patienten

Gerade weil sie klein und ergonomisch sind und trotzdem hochauflösende Bilder liefern, bieten Intraorale Kameras dem Zahnarzt etwa bei den folgenden Anwendungen eine wertvolle Unterstützung:
  • bei der Kommunikation in der Patientenaufklärung
  • der softwaregestützte Diagnostik und die Dokumentation von Befunden
  • der Planung von prothetischen und/oder restaurativen Versorgungen
  • der Verlaufskontrolle
  • bei endodontischen Behandlungen
  • bei chirurgischen Behandlungen
  • bei der Kommunikation mit zahntechnischen Labors